Technische Maßnahme
Patch-Management & Software-Updates
Kernaussage
Für die meisten ausgenutzten Schwachstellen existiert zum Zeitpunkt des Angriffs bereits ein Patch.
Das Problem ist nicht fehlende Software – sondern fehlende Disziplin beim Einspielen.
Was muss gepatcht werden?
Priorität 1
Betriebssysteme
Windows, macOS, Linux – automatische Sicherheitsupdates aktivieren. Kritische Patches innerhalb von 24 Stunden, alle anderen innerhalb von 7 Tagen.
Priorität 2
Browser & Plugins
Browser sind täglich im Einsatz und haben eine riesige Angriffsfläche. Chrome, Firefox, Edge – alle auf Auto-Update stellen. Adobe Reader, Java entfernen wenn nicht benötigt.
Priorität 3
Office-Produkte
Microsoft Office, LibreOffice – regelmäßig aktualisieren. Makros in unbekannten Dokumenten standardmäßig deaktivieren.
Priorität 4
Firmware & Netzwerkgeräte
Router, Switches, NAS, Drucker – oft vergessen. Hersteller-Updates quartalsweise prüfen und einspielen. Default-Zugangsdaten sofort ändern.
End-of-Life Software
Soforthandlungsbedarf
Software, die keinen Sicherheits-Support mehr erhält (End-of-Life), darf nicht mehr
im produktiven Einsatz verwendet werden. Beispiele: Windows 7, Windows Server 2012,
Office 2013, Internet Explorer. Für diese Systeme gibt es keine Patches mehr –
bekannte Schwachstellen bleiben dauerhaft offen.
Patch-Prozess für KMU
- Inventarisierung: Vollständige Liste aller Systeme und Software erstellen
- Automatische Updates: Für alle Client-Systeme aktivieren
- Monitoring: Wöchentlich prüfen, ob Updates erfolgreich installiert wurden
- Kritische Patches: BSI-Warnmeldungen verfolgen, innerhalb 24h reagieren
- Server: Wartungsfenster definieren, Patches testen, dann einspielen